Die besten Chardonnays aus aller Welt

In Argentinien reifen die besten Chardonnays mitunter auf 1500 Metern Seehöhe. Prädikat frisch und delikat.

© Gordon Monton

In Argentinien reifen die besten Chardonnays mitunter auf 1500 Metern Seehöhe. Prädikat frisch und delikat.

© Gordon Monton

Wer macht den ausdrucksstärksten Chardonnay? Unsere Weinexperten haben die besten zwölf Sortenvertreter ausgemacht.

Italien

Der Löwengang von Winzerlegende Alois Lageder aus Südtirol ist Italiens Chardonnay-Legende schlechthin.

Der Löwengang von Winzerlegende Alois Lageder aus Südtirol ist Italiens Chardonnay-Legende schlechthin.

© Gregor Khuen Belasi

Chardonnay Löwengang Alois Lageder, Südtirol

Im Jahr 1984 füllte Alois Lageder seinen ersten Chardonnay Löwengang ab – und war damit ein Pionier. Chardonnay reinsortig ausgebaut, noch dazu im Barrique, das gab es damals ausserhalb Frankreichs kaum. Anfang der 1980er-Jahre war es um das Image des Südtiroler Weins nicht zum Besten bestellt. Gut die Hälfte der Weinberge war mit Vernatsch-Reben bepflanzt, aus denen Weine wie Kalterersee oder St. Magdalener gewonnen werden. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm der junge Alois Lageder den Betrieb. Anfang der 1980er-Jahre lernte er Robert Mondavi, den Qualitätspionier aus dem kalifornischen Napa Valley, kennen – eine Begegnung, die nachhaltigen Eindruck hinterliess. Warum, so überlegte Alois Lageder, nicht auch in Südtirol Weine von internationalem Format erzeugen? Dass das mit dem heimischen Vernatsch nicht möglich war, wurde ihm rasch klar.

Es war die Zeit, in der Chardonnay und Cabernet das Mass aller Dinge waren. Sein Vater hatte 1934 den Ansitz Löwengang Margreid südlich von Bozen erworben. Die kalkhaltigen Böden erschienen ideal für Weissweine, und Mitte der 1970er-Jahre wurde ein Weinberg mit Chardonnay bepflanzt. Diese Trauben bildeten die Grundlage für den neuen Spitzenweisswein. Nach einigen Proben erschien mit dem Jahrgang 1984 der erste Chardonnay Löwengang, heute ein grosser Klassiker am Weissweinhimmel.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015, 2010, 2009, 2004
Bezug: www.bindella.ch, CHF 52,–

Frankreich – Burgund

Lalou Bize-Leroy ist eine Verfechterin der Biodynamie der ersten Stunde.

Lalou Bize-Leroy ist eine Verfechterin der Biodynamie der ersten Stunde.

Foto beigestellt

Chevalier-Montrachet Grand Cru, Domaine d’Auvenay (Leroy)

Lalou Bize-Leroy ist die unumstrittene Doyenne des Burgund. Ihrer Familie gehören 50 Prozent der legendären Domaine de la Romanée-Conti, wo ihre Tochter heute eine der beiden Geschäftsführerinnen ist. Bize-Leroy leitet das Haus Leroy (Domaine und Handelshaus) und hat sich über die Jahre noch eine winzige biodynamisch geführte Domaine namens d’Auvenay aufgebaut. Das Anwesen etwas ausserhalb von Saint-Romain war früher ein Jagdhaus, hier wohnte Bize-Leroy gemeinsam mit ihrem Gatten Marcel. Unter dem Etikett werden nur handverlesene Village-, Premier-Cru- und Grand-Cru-Weine erzeugt, in die diese weitgereiste Winzerin all ihr Wissen und ihre Passion steckt.

Seit 1990 ist sie – abgesehen von einem japanischen Investor – Alleinbesitzerin von d’Auvenay und hat durch Ankäufe von kleinen, aber feinsten Weingärten ihre Fläche auf insgesamt fast vier Hektaren, darunter fünf Grands Crus, erweitert. Ihr Juwel sind die 0,163 Hektaren im Grand Cru Chevalier-Montrachet, die sie bereits 1992 von Jean-Michael Chatron erwerben konnte. Die Mengen, die von diesem Wein erzeugt werden, sind mikroskopisch, seine Preise astronomisch. Nur die wenigsten Weinfreunde werden je eine Flasche zu Gesicht bekommen. Dieses ultrarare Chardonnay-Elixier ist nicht zu toppen.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015, 2010, 2008, 2002, 1999
Bezug: www.hedonism.co.uk, ca. CHF 7340,– (2011)

Frankreich – Chablis

Die Grands Crus von Chablis erheben sich direkt im Norden der Chardonnay-Metropole.

Die Grands Crus von Chablis erheben sich direkt im Norden der Chardonnay-Metropole.

© Shutterstock

Chablis Clos Grand Cru, Domaine François Raveneau

Mit einer Gesamtfläche von 28,39 Hektaren ist der Grand Cru Les Clos der grösste der insgesamt sieben Grands Crus in Chablis, die ein geschlossenes Band auf den Hängen im Norden der Stadt bilden. Das Terroir ist sehr kalkreich und besteht aus einem Unterboden aus Kalkstein und Marmor. Die Lage Les Clos bildet den historischen Ausgangspunkt dieser Appellationen, hier haben die Zisterziensermönche vor Jahrhunderten mit dem Weinbau in Chablis begonnen. Von hier kommen bis heute die ausdrucksstärksten Weine, und der Clos von Raveneau zählt zu den begehrtesten Weissweinen Frankreichs. Jean-Marie Raveneau verfügt über keine zehn Hektaren, wovon rund 1,9 Hektaren als Grands Crus klassifiziert sind.

Am Les Clos sind es 0,54 Hektaren, im Blanchot 0,6 Hektaren und vom Valmur Grand Cru stattliche 0,75 Hek­taren. Kein Wunder, dass das Weingut über keine Homepage, ja nicht mal über eine E-Mail-Adresse verfügt; die Weine werden mehr oder weniger unter der Hand verkauft und sind oft nur über Auktionen verfügbar. Seit 2010 hat Tochter Isabelle gemeinsam mit ihrem Cousin Maxime Schritt für Schritt die Verantwortung für dieses Weinjuwel übernommen.

Empfohlene Jahrgänge: 2017, 2014, 2012, 2010, 2008, 2007
Bezug: www.lucullus.ch, CHF 527,– (1994)

Argentinien

Hoch hinaus muss man für den Chardonnay White Stones von Catena Zapata, der weit jenseits der 1000-Meter-Zone wächst.

Hoch hinaus muss man für den Chardonnay White Stones von Catena Zapata, der weit jenseits der 1000-Meter-Zone wächst.

Foto beigestellt

Chardonnay White Stones & Bones, Bodega Catena Zapata, Argentinien

Seit über hundert Jahren hat die Familie Catena Zapata, heute geführt von Dr. Laura Catena, im argentinischen Weinbau eine führende  Rolle inne. Wenn die Rede auf Wein aus Argentinien kommt, dann denkt der Weinliebhaber an stoffige Rotweine, allen voran an Malbec. Unter besonderen Bedingungen wachsen hier aber auch herausragende Weissweine. So wie im Adrianna Vineyard, dem Kronjuwel der Catena-Zapata-Rebberge. Dieser Grand Cru liegt in der Region Tupungato, genauer gesagt in Gualtallary, das momentan als die angesagte Herkunft für argentinische Spitzenweine gilt. Hier oben auf fast 1500 Meter Seehöhe sind die Temperaturen deutlich kühler, und so wundert es wenig, dass die Weine hier zwar komplex und dicht, aber auch frisch und delikat ausfallen.

Der komplexe White Stones Chardonnay kommt aus einem Terroir, das aus einem 2,5 Hektaren grossen steinigen, ehemaligen Flussbett gebildet wird, während der lebendige White Bones Chardonnay auf Böden mit Kalksteinbrocken auf 2,2 Hektaren wächst. Diese hocheleganten Weine werden von vielen Kritikern als die besten Chardonnays Argentiniens bezeichnet. Am besten beide probieren und sich an den unterschiedlichen Nuancen erfreuen.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015 2013, 2011, 2010, 2009
Bezug: www.moevenpick-wein.ch, CHF 90,–
www.catenawines.com

USA

John Kongsgaard hat im Cabernet-Sauvignon-Paradies Napa Valley ein Chardonnay-Monument errichtet.

John Kongsgaard hat im Cabernet-Sauvignon-Paradies Napa Valley ein Chardonnay-Monument errichtet.

© Clay McLahan

Chardonnay The Judge, Kongsgaard Wine

Maggie und John Kongsgaard, die beide in fünfter Generation aus dem Napa Valley stammen, pflanzten ihren kleinen, felsigen The Judge Vineyard im Osten des Ortes Napa in den frühen 1990er-Jahren. Seine ersten Weine präsentierte das Familienweingut mit dem Jahrgang 1996. Die Weine entstehen in einem kleinen unterirdischen Keller, der in Atlas Peak direkt ins Vulkangestein gegraben wurde, ihre Art zu vinifizieren entspricht der Methode der möglichst geringsten Intervention.

John Kongsgaard ist ein grosser Bewunderer der besten Weissweine aus dem Burgund, dort hat ­er auch die eine oder andere Idee in der Weinbereitung entlehnt, wie zum Beispiel die bis in das zweite Reifejahr ausgedehnte Lagerung des Chardonnays auf der Hefe. The Judge ist heute längst zur Legende geworden. Die Produktion dieses Meisterwerks liegt bei jährlich rund 3000 Flaschen. Um ihn um rund 200‑Dollar zu beziehen, muss man es auf die Mailingliste schaffen.

Empfohlene Jahrgänge: 2017, 2016, 2015, 2013, 2009, 2007, 2004, 2003
Bezug: Auktion
www.kongsgaardwine.com

Australien

Rick Kinzbrunner hat für seine Chardonnay-Fässer einen eigenen Keller in den harten Granit geschlagen.

Rick Kinzbrunner hat für seine Chardonnay-Fässer einen eigenen Keller in den harten Granit geschlagen.

Foto beigestellt

Giaconda Estate Vineyard Chardonnay

Rick Kinzbrunner, ein Maschinenbau-Ingenieur, kaufte einst 1982 Land am Hangfuss der Victorian Alps bei Beechworth. Dort legte er auf einem nach Süden ausgerichteten Ab-hang, also auf der von der Sonne abgewandten Seite, seinen Chardonnay-Rebgarten an.

Auf rund 400 Metern Seehöhe stehen die Reben auf einem mageren Lehmboden mit Granitverwitterungsmaterial auf Schotter und Kalkuntergrund. Auf ganzen vier Hek­taren entstehen im Giaconda Estate Vineyard jährlich maximal 2500 Kisten. Die von Hand geernteten Trauben werden in französischen Barriques vergoren und gereift, wobei nur 30 Prozent der Fässer neu sind. In einem unterirdischen Granitfelsenkeller reift der Wein für 20 Monate heran. Das Ergebnis ist eine australische Wein-Ikone, die bereits seit der Premiere 1986 eine unglaubliche Serie von Spitzenjahrgängen erbracht hat.

Nur in den Jahren 2003 und 2009 wurde der Giaconda Estate Vineyard Chardonnay nicht erzeugt. Seit dem Jahr 2013 wird der Wein ausschliesslich mit Drehverschluss angeboten.

Empfohlene Jahrgänge: 2013, 2010, 2008, 2004, 1997
Bezug: www.weinamlimit.de,
aktueller Jahrgang 2017, ca. CHF 109,–
www.giaconda.com.au

Österreich

Steile Hügel mit Rebzeilen in Falllinie sind das Markenzeichen der südsteirischen Toplagen wie der Ried Pössnitzberg.

Steile Hügel mit Rebzeilen in Falllinie sind das Markenzeichen der südsteirischen Toplagen wie der Ried Pössnitzberg.

© Weingut Erwin Sabathi

Chardonnay Ried Pössnitzberg, Alte Reben G STK Erwin Sabathi, Leutschach, Südsteiermark

Im Jahr 2016 wählte Falstaff Erwin Sa­bathi zum «Winzer des Jahres». Einer der Gründe dafür war sein Händchen ­für die Rebsorte Chardonnay. Der Pössnitzberg in der Südsteiermark liegt aus erdgeschichtlicher Sicht im südweststeirischen Meeresteilbecken. Hier entstanden vor etwa 16 Millionen Jahren teilweise bis zu mehrere 1000 Meter mächtige marine Ablagerungen. Merkmale dieser kargen und stark kalkhaltigen Böden, genannt Opok, sind der humose Oberboden und das feste Sedimentgestein. Warme Aufwinde aus den slowenischen Tälern treffen hier auf kühle Luftströme der westlich gelegenen Koralpe. Die grossen Temperaturunterschiede bewirken eine würzige und vielfältige Aromenausbildung.

Die penibel selektionierten Trauben kommen von einer nach Süden ausgerichteten Kessellage mit bis zu 75 Prozent Hangneigung, werden von Hand gelesen, mit Naturhefen spontan vergoren und 18 Monate in kleinen Eichenholzfässern ausgebaut. Der Chardonnay Alte Reben vom Pössnitzberg ist als Grosse STK Ried klassifiziert, fein mineralisch, am Gaumen enorm salzig mit straffer Struktur und weist eine hohe Langlebigkeit auf. Wer zu diesem Wein noch eine potenzielle Steigerung sucht, sucht nach dem grandiosen Chardonnay Ried Pössnitzberger Kapelle, dem rarsten Wein in Sabathis Angebot. Die Suche lohnt sich: Noch «mehr» Chardonnay hat die Alpenrepublik aktuell nicht zu bieten.

Empfohlene Jahrgänge; 2011, 2013, 2015, 2016 und 2017 (Kapelle 2015, 2017)
Bezug: www.flaschenpost.ch, ca. CHF 54,–

Deutschland

Die Trauben für den Chardonnay ernten Fritz Becker sen. und jun. bei Schweigen auf deutscher sowie Elsässer Seite ­des Bergs.

Foto beigestellt

Chardonnay Mineral trocken, Friedrich Becker, Schweigen, Pfalz

In Deutschland erhielt der Chardonnay erst 1991 seine Sortenzulassung – dementsprechend stehen heute viele Reben in den Weinbergen, die Anfang der 1990er-Jahre gepflanzt wurden. Allerdings gibt es hier und da auch ältere Bestände, denn vor allem entlang der deutsch-französischen Landesgrenze hatten findige Winzer auch schon vor 1991 Chardonnay-Reben im kleinen Grenzverkehr ins Land gebracht und die ausgepflanzten Anlagen dann als Weissburgunder oder Auxerrois deklariert.

Seit die Chardonnay-Bestände ein gewisses Alter erreicht haben, also etwa seit Beginn der 2010er-Jahre, hat deutscher Chardonnay qualitativ einen enormen Aufschwung genommen. Wie im Burgund sind es vor allem Kalkböden, in denen die Sorte einen kraftvoll-mineralischen Ausdruck erhält. Die Suche nach «Kühle» und Stoffigkeit motiviert vor allem die junge Winzergeneration zu einem Chardonnay-Stil, der nachgerade bissig ausfällt und den Weinen ein grosses Reifevermögen garantiert.

Empfohlene Jahrgänge: 2017, 2016, 2015, 2013, 2010
Bezug: www.friedrichbecker.de, ca. CHF 42,–

Schweiz

Hoch türmen sich die Berge über den Weingärten im Kanton Graubünden in der Ostschweiz.

Hoch türmen sich die Berge über den Weingärten im Kanton Graubünden in der Ostschweiz.

© Ralph Feiner

Gantenbein Chardonnay, Fläsch, Graubünden

Martha und Daniel Gantenbein produzieren in ihrem Bündner Weingut nur drei Weine, darunter einen mineralischen Chardonnay von Weltformat, der regelmässig unter den besten Weinen der Schweiz zu finden ist. Die ersten Chardonnay-Stöcke pflanzten sie im Jahr 1988. Damals nur 15 Are, weil die Rebsorte in Graubünden zu diesem Zeitpunkt nur mit Sonderzulassung gepflanzt werden durfte.

Mittlerweile umfasst die Chardonnayfläche, verteilt auf mehrere Parzellen, knapp 1,6 Hektaren. Die Bedingungen könnten kaum besser sein, denn die Rebberge liegen in etwa auf demselben Breitengrad wie die besten Lagen des Burgund und zeichnen sich durch einen hohen Kalkanteil im Boden aus. Für Daniel Gantenbein ist besonders der Lesezeitpunkt des Chardonnay wichtig, denn bei den klimatischen Bedingungen im Bünderland können zwei Tage durchaus ein Volumenprozent Alkohol mehr ausmachen.

Vergoren wird im Holzfass, wobei der Neuholzanteil bei maximal 50 Prozent liegt, anschliessend reift der Wein bis zur Ernte im nächsten Jahr auf der Hefe. Die knapp 7000 produzierten Flaschen sind regelmässig ausverkauft.

Empfohlene Jahrgänge: 2015, 2012, 2010, 2009, 2008
Bezug: www.martel.ch aktueller Jahrgang 2017, CHF 88,–

Südafrika

Andrea und Chris Mullineux ist mit dem Leeu Passant Chardonnay Stellenbosch ein echter Coup gelungen.

Andrea und Chris Mullineux ist mit dem Leeu Passant Chardonnay Stellenbosch ein echter Coup gelungen.

© Tasha Secombe Photography

Leeu Passant Stellenbosch Chardonnay

Mullineux & Leeu ist eine Kooperation zwischen dem bekannten und hochdekorierten Winzerpaar An­drea und Chris Mullineux aus dem Swartland und Analjit Singh, einem indischen Milliardär. Die Trauben für diesen Wein kommen von ausgewählten, kühlen Parzellen vom Helderberg Mountain, genauer gesagt aus der hoch gelegenen Elandskloof-Appellation, wo die Reben auf tiefen Lehmböden wachsen.

Dieser Wein wurde 2019 bereits im Platter’s Guide, dem wichtigsten Weinführer Südafrikas, zum «Chardonnay of ­the Year» gewählt. Das minimalistische ­Winemaking verzichtet auf Reinzuchthefen, Enzyme, Tannine und übermässigen Einsatz von neuem Holz, beim Chardonnay Stellenbosch sind es ganze 30 Prozent. Der Wein ist geprägt von balancierter Intensität, toller Struktur, Frische und aromatischer Komplexität. Ein zugegebenerweise noch junges Projekt, aber eines, das sich mit Sicherheit zu verfolgen lohnt. Schon jetzt i­st klar: Hier wurde der südafrikanische Chardonnay auf ein neues, zuvor noch nie erreichtes ­Niveau gehoben.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015
Bezug: www.flaschenpost.ch,
aktueller Jahrgang 2016, CHF 68,90
www.mlfwines.com

Chile

Errázuriz erzeugt seine Chardonnay in der neuen Don-Maximiano-Kellerei.

Errázuriz erzeugt seine Chardonnay in der neuen Don-Maximiano-Kellerei.

© Jorge Guy Wenborne Hyghe

Chardonnay Las Pizarras, Aconcagua Costa ErrÁzuriz, Chile

Seit Jahren erforschen Eduardo Chadwick und Francisco Baettig die küh­leren, küstennahen Terroirs von Aconcagua, die von Schieferböden geprägt sind. Mit dem Weinberg Las Pizarras wurde ein idealer Standort für weisse sowie rote Burgundersorten gefunden, und beginnend mit dem Jahrgang 2014 werden dort Trauben gewonnen, die im besten Chardonnay Chiles resultieren. Der Wein wird ganztraubengepresst und spontan in kleinen französischen Eichenfässern vergoren, der weitere Ausbau erfolgt sehr behutsam, um den speziellen Terroireindruck nicht durch zu viele Holznuancen zu verschleiern.

In der Regel werden für den Las Pizarras nicht mehr als 20 Prozent neues Holz verwendet. So entsteht ein sehr straffer Stil, der nicht durch tropische Fruchtaromen oder cremige Buttrigkeit auffällt, sondern ein extrem präziser, salzig-mineralischer Wein mit einer animierenden Säurestruktur und nussig-floralen Anklängen ist. Im Laufe der letzten fünf Jahre wurde die Produktion mehr als verdoppelt, vom aktuellen Jahrgang 2018 waren es immerhin schon etwas mehr als 6500 Flaschen. Gut so, denn nach diesem kometenhaften Aufstieg und dank 98 Parker-Punkten für 2017 ist Las Pizarras weltweit gesucht.

Empfohlene Jahrgänge: 2018, 2017, 2016, 2015, 2014
Bezug: www.schlumberger.de (auf Anfrage)
www.moevenpick-wein.com, CHF 75,–  (2017), www.errazuriz.com

Neuseeland

Die Familie Brajkovich vom Weingut Kumeu River macht die besten Chardonnays Neuseelands.

Die Familie Brajkovich vom Weingut Kumeu River macht die besten Chardonnays Neuseelands.

Foto beigestellt

Kumeu River Maté’s Vineyard Chardonnay

Seit dem Jahr 1944 erzeugt die Familie Brajkovich unweit von Auckland auf der neuseeländischen Nordinsel feine Burgunder in Weiss und Rot. Mit ­seinen feinen Chardonnays hat sich das Weingut Kumeu River längst einen Platz im internationalen Weinolymp erarbeitet. Winemaker Michael Brajkovich kennt die Szene wie kaum ein Zweiter, er war Neuseelands erster Master of Wine.

Gleich vier verschiedene Sortenvertreter haben die Brajkovichs im Sortiment: Estate, Coddington (seit 2006), Hunting Hill (seit 1985) und Maté’s Vineyard (seit 1993). Letzterer trägt den Namen des Familienpatriarchs, des verstorbenen Vaters von Michael, und gilt neben dem Sauvignon Blanc von Cloudy Bay als eine der wenigen neuseeländischen Weinikonen der allerersten Stunde. Maté’s Vineyard bringt geringe Erntemengen, die zu 30 Prozent in neuem Holz ausgebaut werden. Unter Insidern wird dieser Wein als der Corton-Charlemagne der Neuen Welt gehandelt.

Empfohlene Jahrgänge: 2017, 2014, 2011, 2008, 2006
Bezug: www.realwines.ch, CHF 49,–
www.kumeuriver.co.nz


ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 07/2019
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