Die 50 besten Weine der Schweiz

Schöne Aussichten: Die Terrassen des Lavaux bei Chexbres gehören zu den Schweizer Spitzenterroirs.

© Denis Emery/Photo-genic.ch

Schöne Aussichten: Die Terrassen des Lavaux bei Chexbres gehören zu den Schweizer Spitzenterroirs.

© Denis Emery/Photo-genic.ch

Für einen Weinliebhaber ist es die Frage aller Fragen – welche sind denn nun die Besten? Die Falstaff-Redaktion hat diese Herausforderung angenommen und 50 Weine selektioniert, die die Spitze des Schweizer Weinschaffens verkörpern. 

Die besten Weine müssen selbstverständlich in puncto Qualität überzeugen, doch das alleine ist nicht genug. Es müssen Weine von grossem Ausdruck sein, mit einer unvergleichbaren Handschrift und Typizität. Um diese Voraussetzungen erfüllen zu können, braucht es ein Renommee, eine gewisse Konstanz, und das kann insbesondere beim Wein ganz schön lange dauern – geerntet wird schliesslich nur einmal im Jahr. In die Falstaff-Auswahl haben es daher nur Weine geschafft, die seit zehn Jahren und mehr konstant zu den Besten ihrer Region und Art gehören. Dafür und für die finalen Punkte wurden Falstaff-Bewertungen bis zu zehn Jahre zurück herangezogen. Zudem wurden die aktuellen Jahrgänge von der Redaktion erneut verkostet. Die Auswahl stellt also einen Trend dar und fusst auf der jahrelangen Erfahrung der Jury, nicht allein auf einer Momentaufnahme.

Das Ranking zeigt, welch einzigartige Vielfalt in der Schweizer Weinwelt steckt. Viele gehen davon aus, dass diese Vielfalt vor allem auf den Röstigraben zurückzuführen ist – und damit auf die verschiedenen Sprachregionen des Landes. Doch die Abschlussverkostung zeigt es eindrücklich: Die Zeiten, als sich die Schweizer Weine und die hiesigen Terroirs über die Sprache oder Vergleiche mit vermeintlich grösseren Weinnationen definierten, sind vorbei – wenn es denn je so war. Die Bündner Herrschaft, das Weindorf Salgesch, das Lavaux, das Klettgau, das Umland der Stadt Sierre, der Mont Vully oder das Mendrisiotto sind nur einige Beispiele von grossen Schweizer Terroirs, die ganz ohne Vergleiche mit Regionen in anderen Ländern auskommen.

So kleinteilig die Schweizer Weinwelt ist, so klein sind auch die Produktionsmengen, und somit sind auch die besten Weine oft schnell ausverkauft, wenn sie denn überhaupt breit vermarktet werden. Das gilt auch für die Gewächse dieser Selektion. Doch immerhin: In der Schweiz sind die Chancen am grössten, einige der edlen Tropfen zu ergattern. Und wenn es dann doch nicht klappen sollte: Die Produzenten der 50 besten Schweizer Weine überzeugen alle auch mit ihren anderen Etiketten. 
Vorhang auf für die 50 besten Weine der Schweiz.

Waadt – die Heimat der Chasselas

Wenn man eine Region als die Heimat der meistangebauten Schweizer Weissweinsorte betiteln müsste, dann wäre es wohl das Waadtland. Hier entstehen einige der mineralischsten und ausdrucksstärksten Chasselas der Schweiz.

Rotes Welschland – Waadt & Genf

Wer durch die Reblagen am nördlichen Ufer des Genfersees fährt, denkt zunächst nicht an Rotwein. Doch wer die roten Gewächse aus der Region einmal gekostet hat, wird sich noch lange daran erinnern. Sie gehören zu den Besten des ganzen Landes.

Domaine Grand'Cour-Cottier: Der Archäologe und heutige Winzer Jean-Pierre Pellegrin ist ein wahrer Meister der Assemblage.

© Siffert/weinweltfoto.ch

Wallis weiss & süß – Alpenfrische

Die Vielfalt an weissen Rebsorten im Wallis gehört zu den grössten Schätzen der Schweizer Weinwelt – ganz egal, ob diese heimisch oder zugewandert sind. Im Wallis finden Sorten wie Petite Arvine, Heida und Ermitage optimale Bedingungen vor.

Domaines Rouvinez: Der Petite Arvine Château Lichten beweist Jahr um Jahr, welch grosses Potenzial in der autochthonen Sorte steckt.  

© lindaphoto.ch

Graubünden – mehr als Pinot Noir

Dass Martha und Daniel Gantenbein auf den vorderen Plätzen dieses Rankings stehen, wird kaum jemanden überraschen, dass Graubünden aber ausgerechnet von einem Weisswein angeführt wird, schon eher. Graubünden kann mehr als nur Pinot Noir.

Neben ihrem legendären Pinot Noir vinifizieren Gantenbeins einen Chardonnay von Weltklasse.

Foto beigestellt

Nordschweiz – Standortfaktor Kalk

Die Nordschweiz und einige ihrer Rebgebiete gehören in punkto Bodenformation zu den vielversprechendsten Schweizer Landstrichen. Das Klettgau, Teile des Kantons Aargau und die Lagen des Basellandes zeugen von geologischen Vorzügen und einem milden Klima.

Seit 2007 versucht Markus Ruch, das Potenzial des Klettgaus auszuspielen, was ihm Jahr für Jahr besser gelingt.

© Gerd Kressl

Zürich & Thurgau – Understatement

Wer die Weine aus den Kantonen Zürich und Thurgau heute probiert, kann nur schwer nachvollziehen, dass es den Produzenten lange an Selbstbewusstsein mangelte. Von hier stammen einige der vielversprechendsten Gewächse des Landes.

Urs Pircher (vorne im Bild) und sein Team produzieren am Eglisauer Stadtberg Pinot Noir von Weltformat.

Foto beigestellt

Wallis rot – Die Wiege der Rhône

Die Rhône entspringt dem Rhônegletscher im äussersten Nordosten des Wallis und fliesst dann durch das Tal in Richtung Frankreich, wo der Fluss an so berühmten Syrah-Appellationen wie Côte Rôtie und Hermitage vorbeizieht. Das Wallis ist Syrah-Land.

Benoît Dorsaz begeistert mit seinem Syrah. Der Jahrgang 2009 erreichte 96 Falstaff-Punkte.

© Siffert/weinweltfoto.ch

Drei-Seen-Land – Milder Westen

Die Weine vom Neuenburger-, Murten- und Bielersee gehörten lange zu den Geheimtipps. Seit einigen Jahren aber haben viele Weinkenner die klimatisch kühle Region für sich entdeckt. Die besten Weine sind längst zu Raritäten geworden - glücklich, wer sie im Keller liegen hat.

Die Domaine de la Maison Carrée beweist mit ihren Weinen eindrücklich, zu welcher Klasse die Terroirs am Neuenburgersee fähig sind.

Foto beigestellt

Tessin – Natürliche Selektion

Natürlich ist Merlot der König des Tessins, aber auch ein Weisswein aus der Sorte Chardonnay ist ganz vorne mit dabei. Der Dosso von Christian Zündel hat eine besondere Ehrung verdient – 2015 war der letzte Jahrgang dieses Ausnahme-Weissweins.

Simon (links im Bild) und Werner Stucky produzieren mit ihrem Conte di Luna einen der besten Rotweine des Tessins.

© Siffert/weinweltfoto.ch

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Falstaff Nr. 01/2018
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