Detox: Fasten de Luxe

In der Detox-Klinik «VIVAMAYR» in Altaussee wird ausschliesslich nach F.X. Mayr gefastet. Die köstliche Basenküche unterstützt die Kur.

© Alex Gretter

In der Detox-Klinik «VIVAMAYR» in Altaussee wird ausschliesslich nach F.X. Mayr gefastet. Die köstliche Basenküche unterstützt die Kur.

© Alex Gretter

Gesund und richtig Fasten hat nichts mit einer neuen Modeerscheinung zu tun. Vielmehr hat es Tradition und ist in vielen Kulturen und Religionen fest integriert. Der Kopf kommt zur Ruhe, Energie wird frei. Unser Körper, eine Müllhalde für Säurelasten aufgrund der vielfachen Schadstoffe, die wir täglich unbewusst aufnehmen, darf dank einer inneren Reinigung wieder atmen. Die erfreulichen Folgen sind ein kräftiger Boost für das Immunsystem, neues Qualitäts- und Lebensbewusstsein sowie vitales Aussehen kommen zurück. Als angenehmer Nebeneffekt werden dabei auch noch Glückshormone freigesetzt. 

Bei einer Fastenkur zieht man sich für kurze Zeit aus dem Alltag zurück – freiwillig und völlig selbstbestimmt. Das Ziel: ein Nachhaltigkeitseffekt, der im besten Fall über viele Wochen andauert und mit viel Konsequenz auch im Alltag gelebt werden kann. Denn beim Thema Entschlackung geht es um weit mehr als nur um das Kauen an vertrockneten Brotkrümeln. Das liegt daran, dass Fasten schon lange nicht mehr etwas mit dem Verzicht auf kulinarische Genüsse zu tun haben muss. Schnee von gestern sind langweilige Brühen und fahl schmeckende Knäckebrote. Dank des grossen Angebots neu errichteter Detox-Kliniken, die neben luxuriösen Wellness-Welten höchsten medizinischen Komfort auf allen Ebenen bieten, darf ebenso auf individuell abgestimmte und verschiedene kulinarische Diäten gesetzt werden. Und das mit grossem Erfolg.

Das Spa im «VIVAMAYR»-Ressort sorgt für Entschleunigung für Körper und Seele.

© Alex Gretter

Neue Lust-Dimension beim Fasten

Für diese spezielle Art der Jungbrunnensuche, die eine medizinisch betreute Fastenkur mit entsprechendem Genuss-Faktor vereint, zeichnen sich u. a. die «VIVAMAYR»-Gesundheitszentren in Maria Wörth, Altaussee und seit Kurzem in London aus. Vor allem in der neuen Klinik im Ausseerland wird zwischen stimmiger Architektur und Design inmitten einer malerischen Landschaft entgiftet. 

«Wir haben bewusst ein Gesundheitszentrum geschaffen, in dem unsere Gäste die nötige Ruhe und Gemütlichkeit finden, um die Kur möglichst zielführend zu bewältigen», kommentiert Dieter Resch, Geschäftsführer des «VIVAMAYR» Altaussee, das optische Grundkonzept der von Ex-Finanzminister Hannes Androsch finanzierten Klinik. Und: «Für den Erfolg einer Kur ist natürlich eine gute und gesunde Küche Voraussetzung.»

Entschlackt wird nach der modernen Mayr-Kur, die auf dem Programm zur Entgiftung basiert, das der avantgardistische Arzt F.X. Mayr vor fast 100 Jahren in Österreich entwickelt hat. Mit den Ingredienzien der basischen Küche soll die «VIVAMAYR»-Methode die Kurgäste einen gesunden Lebensstil lehren – entweder mit leicht zusammengestellten Menüs oder aber auch als strenge Fasten-Diät mit maximal schmackhaften Basensuppen. In beiden Fällen ist die Esskultur ein wesentlicher Bestandteil. Zentral ist dabei vor allem das lange Kauen von Bissen. 30 bis 40 Mal Kauen wird empfohlen (auch bei Suppen ein sogenanntes «Einspeicheln» im Mund) – sozusagen als Schonung des «Inneren» durch bewussteres Essen. So kommt der träge Darm wieder in Schwung. Klingt fast banal, ist aber in seiner Wirkung geradezu eine Wunderwaffe, wenn es um das neu erarbeitete Lebensgefühl geht. Vor allem für Genussmenschen ist diese Art der Reinigung lebensnotwendig, wenn man vital, jung und gesund bleiben will.

Alkohol und Kaffee sind bei der Kur ausdrücklich verboten, im Gegenzug gibt es täglich drei bis vier Liter Wasser oder ungesüssten Tee. Der Erfolg der Mayr-Kur sollte, so gut es geht, auch zu Hause fortgesetzt werden. Deshalb können während der Kur Kochkurse belegt werden, bei denen ausgewählte «VIVAMAYR»-Köche geeignete schmackhafte Rezepte präsentieren.

Vivamayr Altaussee, Quelle der Gesundheit
Entschleunigen, erholen und  Kraft tanken im Ausseerland ermöglicht das zwei Jahre alte, edel designte Gesundheitszentrum mit dem Fokus auf der F.X._Mayr-Kur. www.vivamayr.com 

© Vivamayr

Neuanfang durch Innehalten

Ähnlich geht der renommierte «Lanserhof» in Lans bei Innsbruck vor. Das Fundament jeder Kur am Fusse der atemberaubenden Tiroler Nordkette ist ebenso Erfindung des gebürtigen Steirers F.X. Mayr. Wenn man bedenkt, was man sich im Laufe einer Woche antut – von Lunches über Dinnereinladungen bis zu Nikotin und wenig Schlaf –, bedarf es in regelmässigen Abständen eines Innehaltens, einer Regeneration und eines Neuanfangs. Genau das bietet der «Lanserhof» in Tirol und in einer weiteren puristisch durchdesignten Wellness-Oase am Tegernsee. In Hamburg wurde sogar ein eigenes Zentrum für Sport- und Regenerationsmedizin errichtet. In allen Instituten setzt man auf medizinisch fundierte und individualisierte Diätkonzepte, gepaart mit viel Bewegung, Massagen und Soft-Fitness-Programmen. Befolgt man die massgeschneiderten Ernährungspläne, so haben auch jene im XXL-Format die Chance, vor Ort bis zu 5 Kilo in zehn Tagen zum Schmelzen zu bringen und das Gewicht nachhaltig zu halten.  

Lanserhof Tirol/Tegernsee, Lebensqualität und Energie
Seit über 30 Jahren setzt der Lanserhof neue Massstäbe in der modernen Medizin. www.lanserhof.com 

© Alexander Haiden

Kein Wunder, dass auf den Promi-Accounts auf Instagram die Zahl der Schnappschüsse von Natureindrücken aus Tirol und dem Ausseerland immer mehr in die Höhe schnellt. Happy. Healthy. Beautiful – das sind zweifellos die Zutaten für ein neues, entspanntes Lebensgefühl. Liv Tyler, Tochter von Aerosmith-Sänger Steven Tyler, Top-Model Kate Moss oder Star-Bloggerin Coco Hamilton – sie alle checkten bereits im «VIVAMAYR» ein, der russische Oligarch Roman Abramovich wiederum ist gern gesehener Gast im Lanserhof.

Zu beruflichem Erfolg und vitalem Aussehen gehört auch die Reinigung des Körpers, die für Ausgeglichenheit und mehr Energie sorgt. Regelmässige Kuren sind daher Voraussetzung.

Feuerstelle im Lanserhof

© Alexander Haiden

Ob man allerdings aus dem Kloster Pernegg seine Diät-Erfahrungen in die Social-Media-Welt abschiessen will, bleibt ungewiss. Denn das puristische Kloster im Waldviertel ist ausnahmslos Andockstation für Hardcore-Fastenfans ohne Luxus-Ansprüche. Bei der Flüssigkeitsfasten-Methode nach Dr. Buchinger werden zeitlich befristet nur Suppen und Säfte zu sich genommen und damit täglich maximal 300 kcal verabreicht. So stellt sich der Körper auf den Fastenstoffwechsel um. Die spartanischen Unterkünfte sind das Gegenteil der luxuriösen Detox-Zentren. Doch trotz der grundverschiedenen Fasten-Methoden und Locations verfehlt auch Pernegg seine Wirkung nicht: nämlich eine innere Reinigung mit vielen Glücks-gefühlen und freigelegter Energie als Endresultat.

Kloster Pernegg, Die Entdeckung der Stille
Reduktion maximal: puristisch fasten ohne Luxus mit dem Blick auf das Wesentliche. www.klosterpernegg.at 

Fotos beigestellt

Fasten 8:16

Fasten im Teilzeitbetrieb
Intermittierendes Fasten boomt. Mit gutem Grund? Immerhin schaffen es viele Menschen, dieses leicht in den Alltag zu integrieren. Das ist wesentlich, weil es sich nicht um eine kurzfristige Diät handelt, sondern um ein Langzeitprojekt, also um neue Essgewohnheiten. 

Je nach Lebensstil verzichten die einen auf das Frühstück und essen uneingeschränkt in den acht Stunden von mittags bis abends. Das kommt häufigen Geschäftsessen entgegen. Andere hören bereits am Nachmittag auf, gönnen sich aber eine Mahlzeit am Morgen. Mehr, als die Pausen einzuhalten und in der Fastenphase bloss Wasser und ungesüsste Getränke zu trinken, muss man nicht wissen und beachten. Besondere Lebensmittel, komplizierte Gerichte oder Kalorienzählerei sind kein Thema. Das erleichtert die Umsetzung. Auch Heisshunger und der Jo-Jo-Effekt bleiben angeblich aus, weil in den acht Stunden normal und alles gegessen werden darf, worauf man Lust hat. Es ist alltagstauglich und gut vereinbar mit dem Lebensstil. 

Krafttraining wirkt unterstützend
Das sind zwei grundlegende Faktoren für Erfolg – und der ist eine Funktion der Zeit. Wer das Konzept langfristig verfolgt, darf mitunter mit gesundheitlichen Benefits rechnen. Ergebnissen von Tierversuchen zufolge sinken durch intermittierendes Fasten der Blutzuckerspiegel, die Insulinwerte und der Leberfettgehalt. Dadurch erkrankten Versuchsmäuse seltener an Diabetes Typ II. Auch um langsam ein paar überschüssige Kilogramm abzunehmen, scheint die Methode vor allem bei Übergewichtigen erfolgreich zu sein. In Kombination mit Krafttraining verringerte sich in einer Studie bei den 16:8-Probanden innerhalb von acht Wochen die Fettmasse deutlich mehr als bei den trainierenden Normalessern. 

Krafttraining zu integrieren hat sowieso Vorteile. Schliesslich benötigen Muskeln mehr Energie als Fettzellen. So verbrennen Menschen mit hohem Muskelanteil selbst im Schlaf mehr Kalorien, darüber hinaus sind Muskeln ein wirksamer Schutz gegen Diabetes. 

Fasten wird zudem mit einer höheren Lebenserwartung verbunden. Das liegt zum einen an bestimmten Enzymen, den Sirtuinen. Sie kommen ins Spiel, wenn der Körper Überlebenskräfte mobilisiert, wie beim Hungern. Forscher nehmen an, dass Sirtuine den Alterungsprozess, die Stresstoleranz und den programmierten Tod geschädigter Zellen erhöhen. Zum anderen wird durch Fasten aufgrund reduzierter IGF-1 (Insulin-like growth factor 1)-Werte das Zellwachstum gehemmt. Dadurch sollen Erkrankungen wie Krebs verzögert werden. Dennoch: Die Datenlage stützt sich vorrangig auf Tierversuche. Beim Menschen fehlen Langzeitstudien. Die positiven Wirkungen blindlings auf den Menschen zu übertragen ist spekulativ. Wenn man sich damit wohlfühlt, scheint jedoch nichts dagegenzusprechen.
Von Marlies Gruber

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