Design und Grafik: Swiss Style

Kunstvoll: «Der Gefangene Floh» – die künstlerische Intervention von Yves Netzhammer im Neubau des EWZ-Unterwerks Oerlikon.

© Zürich Tourismus

Kunstvoll: «Der Gefangene Floh» – die künstlerische Intervention von Yves Netzhammer im Neubau des EWZ-Unterwerks Oerlikon.

Kunstvoll: «Der Gefangene Floh» – die künstlerische Intervention von Yves Netzhammer im Neubau des EWZ-Unterwerks Oerlikon.

© Zürich Tourismus

Starten wir mit einem grossen Namen und einem der bedeutendsten schweizerisch-französischen Architekten, Designer und Gesamtkünstler, mit Le Corbusier. Sein letztes umgesetztes Werk wurde im Jahr 1967 fertiggestellt und steht im Zürcher Seefeld in schönster See-Lage: der Pavillon Le Corbusier. Es ist sein einziges realisiertes Gebäude in der deutschsprachigen Schweiz, ein farbiges Gesamtkunstwerk aus Glas und Stahl, das seine Vision der Synthese von Architektur, Leben und Kunst in die Realität perfekt umsetzt. In Fachkreisen gilt der Pavillon weltweit als architektonisches Juwel und in Zürich ist er eine besondere touristische Attraktion.

Finanziert von der Kunstmäzenin Heidi Weber, war der Bau Museum und begehbare Skulptur in einem und wird seit diesem Jahr vom Museum für Gestaltung bespielt. Auch das Stammhaus des Museums ist etwas Besonderes, ist das denkmalgeschützte Gebäude von 1933 doch eines der herausragenden Beispiele moderner Schweizer Architektur. Zum Museum gehört auch die «Swiss Design Lounge», ein Begegnungsort zum Verweilen und Ausprobieren von herausragendem Schweizer Design, ein weites Vermittlungsatelier und ein Café mit Park und Teich. Ein wirklich schöner Kunst-Ort zum Verweilen. Im dynamischen Quartier Zürich-West bespielt das Museum einen zweiten Standort, beim Toni-Areal.

Die Schweiz exportiert aber nicht nur die eingangs erwähnten Identifikationsgüter, sondern auch Schriften. Die Schrift Helvetica ist das offensichtlichste Beispiel, aber nicht das einzige. Ihr Erfinder, der Grafiker Max Miedinger, gestaltete 1956 gemeinsam mit Eduard Hoffmann von der Haas’schen Schriftgiesserei in Münchenstein bei Basel die ersten Schriftschnitte, die ab 1960 als Helvetica international vertrieben und seither oft kopiert wurden. Geboren in Zürich, ausgebildet in der Zürcher Buchdruckerei Bollmann und an der Kunstgewerbeschule Zürich, ist er ein Züri-Export mit Weltruf. Auch wenn kaum jemand die Hintergründe der berühmten Schrift kennt, ist sie doch Sinnbild für eine eindrucksvolle Maxime, die auf die Grafikkunst in Zürich und der gesamten Schweiz anzuwenden ist: Weniger ist oft mehr, solange eindeutige Akzente und ein klarer Wille zum ästhetischen Gesamteindruck gewahrt bleiben.

Das gilt zum Beispiel auch für das legendäre Plakat zur Kunsausstellung mit Schweizer Design-Ikonen der 30er-Jahre in Zürich, gestaltet vom nicht minder legendären Grafiker Max Bill. Bill, in Winterthur geboren, war einer der bedeutendsten Vertreter der schweizerischen Kunstströmung «Zürcher Schule der Konkreten». Mitten in der Zürcher Altstadt wurde 1916 im Cabaret Voltaire in der Spiegelgasse eine Bewegung zwischen Kunst und Irrsinn gegründet: DADA. Hier trafen sich Hans Arp, Hugo Ball und andere Exilkünstler und stellten die gesamte bestehende Kunst in Frage. Heute gibt es im «Dadahaus» Ausstellungen, Veranstaltungen und eine Bar.

Kunst in der Stadt

Ein wichtiges Element für das urbane Leben und die Selbstverständlichkeit der Stadt Zürich, mit Kunst umzugehen, ist, diese im öffentlichen Raum zu platzieren. In Zürich gehört Kunst im öffentlichen Raum zum Alltag und man trifft sie überall an. Auf einem Spaziergang könnte man mehr als 1300 Kunstwerke entdecken, die das Stadtbild prägen. Beispiele? Auf der Bahnhofstrasse begegnet man Max Bills «Pavillon-Skulptur», der «L’ange protecteur» von Niki de St. Phalle bewacht Reisende im Hauptbahnhof, Augusto Giacometti schuf den Eingang zur Polizeiwache, die sogenannte «Blüemli-Halle», und am Escher-Wyss-Platz steht das Kunstwerk «Towers» von Los Carpinteros als Hommage auf das einstige Industriequartier.

Im August trifft in der SBB Event Halle bei der Swiss Art Expo unter der «Nana» von Niki de Saint Phalle und dem Motto «Original + Digital» neueste digitale Technik auf originale Kunstwerke. Von vielen bedeutenden Strömungen der europäischen Baukultur gibt es in der Schweiz typische Beispiele und gerade vom frühen 20. Jahrhundert an finden mutige und visionäre Architekten weltweit Beachtung. Einer, von dem man das vielleicht nicht auf den ersten Blick vermutet, ist Max Frisch, bedeutendster Schweizer Schriftsteller und auch Architekt. Eines seiner berühmtesten Bauwerke ist das Freibad Letzigraben in Zürich, sein Entwurf gewann 1943 den Wett­bewerb. Charles Edouard Jeanneret, genannt Le Corbusier, hat 1967 seinen Pavillon im Zürcher Seefeld eröffnet, sein einziges realisiertes Gebäude in der deutschsprachigen Schweiz.

Mit einem Bau des bekanntesten Architekten des Landes beschliessen wir die Zürcher-Schweizer Design-Reise. Seit den 1990er-Jahren sorgen die minimalistischen Bauten der Basler Jacques Herzog & Pierre de Meuron international für Aufsehen. In Münchenstein bei Basel bauen sie 2003 das Schaulager, eine Mischung aus öffentlichem Museum, Kunstlager und Kunstforschungsinstitut. Und in ebendiesem Münchenstein erfand 1957 Max Miedinger die berühmte Schrift Helvetica.

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