Chianti Classico: Der schwarze Hahn kräht lauter als je zuvor

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Mitte Februar fand in Florenz die Jahrgangspräsentation 2018 des Chianti Classico statt, zu der das Konsortium geladen hatte. Im Rahmen der «Collection» hatten 186 Betriebe 659 Weine angestellt, insgesamt mehr als 9.000 Flaschen wurden in drei Tagen von mehr als 50 Sommeliers an über 250 Journalisten aus 30 verschiedenen Ländern ausgeschenkt. Ein Mega-Event, selbst für die älteste Denomination Italiens, das heuer 302 Jahre alt wird. 

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Die Verkostung

Annata 2016
Wo warst du, was hast du so lange gemacht? Diese Frage fiel spontan bei der Verkostung der hervorragenden Chianti Classico Annata 2016, die sich endlich so präsentiert, wie Chianti Classico sein soll: fruchtig, trinkig und spassig – zwar nicht alle, aber doch ein Grossteil der verkosteten Weine. Chianti Classico ist wieder da!

Riserva 2015
Der Fünf-Sterne-Jahrgang 2015 entpuppt sich auch als solcher bei den Chianti Classico Riserva und bereitet bereits ganz viel Spass. Richtiger Holzeinsatz, Frucht, ausbalancierte Säure, mit einem Gang mehr als Annata. Alles richtig gemacht!

Gran Selezione 2015
Von der GS 2015 wurden nur wenige Weine zur Verkostung angestellt, da die meisten Tropfen auf Grund des Disziplinars noch in den Kellern schlummern. Die wenigen Muster liessen aber bereits erahnen, dass diese Weine von exzellenter Struktur und Qualität sein werden. Unbedingt im Auge behalten. 

Die Vorausschau

«2017 war zwar hart, aber unsere Weine sind fantastisch», verrät Luca Martini di Cigala von San Giusto a Rentennano. Seine Meinung können allerdings nicht alle Winzer teilen, da der schwierige Jahrgang an der gesamten Toskana nicht spurlos vorbeigegangen ist. Der Frost im Februar traf die Winzer zum Teil schwer, während extreme Hitze im Juli noch Dürre brachte und damit auch bis zu 27 Prozent Ernteverlust. Es war der trockenste Sommer der vergangenen 70 Jahre. Generell trauen sich die befragten Winzer noch keine genaue Prognose zu ihren 2017er Weinen zu geben. Viele stellen aber fest, dass sich die Weine im Keller wesentlich besser entwickeln als befürchtet.

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Chianti Classico: Die Fakten

2018 stehen im Chianti-Gebiet 10.000 Hektar unter Reben, davon 7.200 Hektar als Chianti Classico klassifiziert. Um Chianti Classico produzieren zu dürfen, muss der Wein aus mindestens 80 Prozent Sangiovese bestehen, die restlichen 20 Prozent können in der Toskana zugelassene rote Rebsorten sein. Die mittlere Jahresproduktion der letzten zehn Jahre beträgt 35 Millionen Flaschen, die zu 23 Prozent in Italien verkauft werden. Stark und immer wachsend ist der Export, der mittlerweile in über 130 Länder geht, mit dem Hauptmarkt USA (33 Prozent) gefolgt von Deutschland (12 Prozent), Kanada (8 Prozent), Grossbritannien (4 Prozent) und der Schweiz (3 Prozent).

Drei Kategorien des Chianti Classico

Chianti Classico «Annata»:
fruchtiger, trinkiger Jahrgangs-Wein, mindestens 12 Monate Lagerund und mindestens 12 % Vol.

Chianti Classico «Riserva»:
längerer Ausbau im Holz, welches ausdrücklich unterstützend und nicht belegend wirken soll, für mindestens 24 Monate (davon drei in der Flasche) gereift und mindestens 12,5 % Vol.

Chianti Classico «Gran Selezione»:
darf nur aus einem einzelnen Weingarten oder aus ausgewählten Trauben, welche im Besitz des Weinguts sind, produziert werden; Ausbau mindestens 30 Monate (davon drei in der Flasche) mit mindestens 13 % Vol.
Wichtig: Der Winzer muss immer im Voraus erklären welche Qualitätsstufe er aus welchem Wein machen möchte. 

Chianti ist nicht gleich Chianti

«Chianti Classico» nennt sich der Wein, der ausschliesslich im historischen Chianti-Gebiet produziert werden darf. Dieser Wein, und nur dieser Wein, ist mit der historischen Marke des schwarzen Hahns gekennzeichnet.

«Chianti» nennt sich ein historisch abgegrenztes Gebiet, der neun Gemeinden umfasst, die zwischen Florenz und Siena liegen. «Chianti» ohne «Classico» Zusatz nennt sich allerdings auch ein Wein, der in fast der gesamten Toskana produziert werden darf, nur nicht im Chianti-Gebiet. 

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