Château Figeac eröffnet neuen Weinkeller

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Seit 1892 ist Château Figeac in der Hand von Familie Manoncourt. Mit dem Jahrgang 2021 schlägt die Familie ein neues Kapitel auf – die Weine kommen fortan aus einem neuen Keller, der ganz auf die Bedürfnisse des Ausnahmeweins abgestimmt ist.

Das grossartige Renommee von Château Figeac fusst auf dem Engangement des Ausnahmeweinmachers Thierry Manoncourt, der das Gut ab 1945 leitete. Er führte unter anderem das heute vielfach im Bordelais angewandte Konzept eines Erst- und Zweitweines ein, das auf strenger Selektion der besten Weine eines Jahrgangs fusst. Seit seinem Ableben im Jahr 2010 leiten seine Frau Marie-France Manoncourt sowie die Töchter Hortense Idoine-Manoncourt und Blandine de Brier Manoncourt das Familiengut gemeinsam.

Neuer Keller bringt gewaltiges Potenzial

2021 schlägt die Familie ein neues Kapitel in der Geschichte des Weinguts auf: Es wird der erste Jahrgang sein, der in einem neuen Keller vinifiziert und ausgebaut wird. Ein Keller, der längst überfällig war. Seit einigen Jahren schon wurde auf Figeac viel in die Rebberge investiert. Parzellen wurden wiederbepflanzt und optimiert. Auch natürlicher Rebbau spielt mittlerweile eine gewichtige Rolle, im Rebberg kommen etwa Pferde zum Einsatz, um der Verdichtung des Bodens vorzubeugen. Generaldirektor Frédéric Faye merkte schon vor geraumer Zeit, dass die Renaissance-Keller den umliegenden Weinbergen in puncto Präzision nicht mehr gerecht wurden und eine Investition wurde nötig. Im Gespräch mit Falstaff erzählte Faye, wie die Entscheidung zum Kellerneubau fiel:

«Wir hatten perfekte Rebberge und die Aussicht auf eine grössere Ernte, aber nicht genügend Platz im Keller. Da sagte ich zu Familie Manoncourt scherzhaft, dass ich den Nachbarn einen Teil der Trauben abgeben müsse – sie willigten schliesslich ein in einen neuen Keller zu investieren.»
Generaldirektor Frédéric Faye

Der neue Keller entstand in den vergangenen drei Jahren unmittelbar dort, wo sich das alte Gebäude befand. Die Jahrgänge 2018, 2019 und 2020 (siehe unten) entstanden wegen der Bauarbeiten in einem temporären Keller, der laut Faye aber bereits eine deutliche Verbesserung zu den alten Anlagen brachte. Fortan stehen den Figeac-Machern nun 5000 Quadratmeter mit modernster Kellertechnik zur Verfügung. Jede Parzelle soll so einzeln und nach ihren individuellen Bedürfnissen vinifiziert und ausgebaut werden. Ein wichtiger Schritt, um die von Thierry Manoncourt eingeführte Selektion noch weiter zu perfektionieren und das Weingut für die Zukunft zu wappnen.

Grossartig verändert hat sich das Anwesen Château Figeac – das neben 41 Hektar Reben auch über zehn Hektar Bäume und Gärten beheimatet – durch die rund 15 Millionen teure Investition übrigens nicht. Rund zwei Drittel des neuen Kellers befinden sich unter der Erde, so etwa die zwei grossen Fasskeller, die bequem Platz für zwei ganze Figeac-Jahrgänge bieten.

»Figeac ist für uns eine Passion. Wir haben es im Blut.»
Blandine de Brier Manoncourt

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