Aus der Mitte Schottlands

Die Wade’s Bridge kreuzt den River Tay in Aberfeldy: eine Hochburg der Whisky-Herstellung.

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Die Wade’s Bridge kreuzt den River Tay in Aberfeldy: eine Hochburg der Whisky-Herstellung.

Die Wade’s Bridge kreuzt den River Tay in Aberfeldy: eine Hochburg der Whisky-Herstellung.

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Durch die vorteilhafte Lage der Zentren Perth und Stirling waren die schottischen Midlands seit jeher als Handelsplatz für Whisky von zentraler Bedeutung und ab dem 19. Jahrhundert war Perth Sitz von einigen der berühmtesten Blender-Firmen. Und natürlich gab und gibt es auch nicht zu wenige Brennereien. Eine Tour führt an den wichtigsten von ihnen vorbei.

Wir beginnen am Südufer des Loch Lomond in Alexandria. Dort steht inmitten eines Industrie-, Gewerbe- und Einkaufsparks die von vielen unterschätzte Destillerie Loch Lomond. Ihr Manager Derrick Smith sagt stolz: «Wir sind die einzige Brennerei Schottlands, in der mithilfe der vielen verschiedenen Brennapparate sowohl Grain- als auch Maltwhisky hergestellt werden. Durch auf den Potstills aufgesetzten Säulen, in denen verstellbare ‹spirit plates› installiert sind, können wir sehr unterschiedliche Destillate herausarbeiten.» Derrick ist seit 25 Jahren Distillery-Manager und hat bereits viele Veränderungen erlebt. 2014 wurde Loch Lomond von der Gruppe Exponent Private Equity gekauft. In Zusammenarbeit mit Master Blender Michael Henry wurde seitdem das Portfolio ergänzt, modifiziert und auf ein hohes Qualitätsniveau gebracht.

Nach nur einer kurzen Fahrt Richtung Westen erreichen wir Glengoyne, eine der interessantesten Brennereien Schottlands, direkt in den Trossachs gelegen. Dieses Gebiet wurde unter anderem durch die Werke von Walter Scott populär. Der Viehdieb Raibert Ruadh diente Walter Scott als Vorlage für seinen Roman «Rob Roy», er lebte in den Dumgoyne Hills, gleich neben der Brennerei. Seit der Übernahme von Glengoyne durch Ian MacLeod Distillers Ltd 2003 legt man sehr hohen Wert auf Qualität. Distillery-Manager Robbie Hughes betont: «Wir verwenden einen hohen Anteil der alten Gerstensorte Golden Promise. Gemeinsam mit der sehr langsamen Destillation und der Verwendung von hochwertigen Fässern können wir so auf optimalem Niveau produzieren.» Beim Darren wird auf die Zugabe von Torfrauch vollständig verzichtet. Daher finden sich die malzig-fruchtigen Grundtöne unverfälscht in allen Glengoyne-Varietäten.

Alle Malts von Glengoyne zeichnen sich durch malzig-fruchtige Grundtöne aus.

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Vom Brennen und Mäusefangen

Wir wenden uns Richtung Stirling. In unmittelbarer Nachbarschaft von Doune Castle  liegt die Deanston Distillery. Von aussen erkennt man nur anhand der Aufschrift, dass es sich um eine Whiskybrennerei handelt. Früher war hier eine Weberei untergebracht, und in unmittelbarer Nähe befindet sich ein Kraftwerk am River Teith. Deanston ist somit energieautark. Das Stillhouse mit den vier Brennblasen ist einen Besuch wert. Auf dem Weg Richtung Norden machen wir halt bei Tullibardine in Blackford. Tullibardine weist eine wechselhafte Geschichte auf und war zwischen 1994 und 2003 still­gelegt. 2008 kaufte das französische Familienunternehmen Picard Vins Et Spiritueux die Brennerei und hat seitdem für einen kontinuierlichen Aufschwung gesorgt. Distillery-Manager John Torrance sieht ein grosses Potenzial für die Entwicklung: «Wir haben trotz der fast zehnjährigen Produktionspause gut gefüllte Lagerhäuser und sehen sehr optimistisch in die Zukunft. Mit Keith Geddes als Master Blender haben wir vor Kurzem einen absoluten Fachmann in unser Team geholt. Mit ihm werden wir in den nächsten Jahren einige innovative Abfüllungen auf den Markt bringen können.»

Unsere Reise führt uns weiter nach Perth. Kurz nach dem Vorort Methven besuchen wir die Micro-Distillery Strathearn. Sie ist eine der derzeit kleinsten in Schottland. Tony Reeman-Clarke gründete 2013 das Unternehmen auf einem Teil der Bachilton-Farm. Die Brennblasen aus Galizien sind in Schottland einzigartig. Gefertigt wurden sie von den Kupferschmieden in Salvaterra de Miño, nahe der portugiesischen Grenze. Produktionsbeginn war im Sommer 2013.

Der erste Whisky wurde in streng limitierter Auflage 2016 auf den Markt gebracht. Trotz der kleinen Dimensionen wird auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet. Distiller David Hogg zeigt Besuchern gerne seinen Arbeitsplatz. Durch die Verwendung von kleinen Fässern werden bereits nach einer kurzen Zeit von drei bis vier Jahren voll ausgereifte Whiskys abgefüllt.

John Torrance von Tullibardine möchte in den nächsten Jahren innovative Produkte auf den Markt bringen.

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Durch ein Tal des River Turret geht es weiter zur Glenturret Distillery. Diese Brennerei gilt seit dem Abriss von Littlemill als älteste Distillery Schottlands mit Gründungsjahr 1775. An gleicher Stelle gab es bereits viele Jahre davor die illegale Hosh Distillery.

Fast alle Gebäude sind jüngeren Datums. Auch stand die Brennerei für viele Jahre nicht in Betrieb und wurde erst 1959 wiedereröffnet. Der aktuelle Eigentümer, die Edrington Group, errichtete 2002 die Famous Grouse Experience mit einem sehenswerten Besucherzentrum in nicht mehr genutzten Gebäuden der Brennerei. Auch ein Kuriosum bietet Glenturret: Towser, der bekannte Mouser (Katze) der Brennerei, wurde angeblich 24 Jahre alt und fing 28.899 Mäuse. 1991 wurde der Katze hier eine Statue errichtet.

In Aberfeldy befindet sich schliesslich die nächste und nach dem Ort benannte Destillerie. 1998 durch Barcardi von Diageo übernommen, wird diese klassische Brennerei den Besuchern auch als Dewar’s World of Whisky, das Hauptquartier der Dewar’s Blends, präsentiert. Viele der originalen Gebäude der 1825 errichteten Anlage sind noch vorhanden. Auch hier wurde in den alten Maltings ein interessantes Besucher­zentum eingerichtet. Viele historische Details werden präsentiert, nicht zuletzt eine historische «Puggy». Diese Dampfloks wurden bis 1960 mit speziellen Waggons zum Transport der Whiskyfässer durch die Highlands in die Zentren Perth oder Glasgow eingesetzt.

Über Grandtully kommen wir in Pitlochry an. Neben vielen kulturellen («Pitlochry Festival Theatre») und touristischen Einrichtungen am River Tummel, gibt es auch zwei Brennereien. An der Südeinfahrt empfängt uns die Blair-Athol-Brennerei, die mit ihren von Efeu- und Weinreben überwachsenen Gebäuden sehr pittoresk wirkt. Allerdings wird in dieser bereits 1798 gegründeten Destillerie fast ausschliesslich für die diversen Blends des Diageo-Konzerns produziert, vor allem für Bells. Das Besucherzentrum bietet einiges und ist aufgrund der Nähe zur viel befahrenen A9 auch bei zahlreichen Touristen beliebt. 

Die Aberfeldy-Distillery ist sehenswert – von der 1825 errichteten Anlage ist vieles im Originalzustand erhalten geblieben.

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Eine Brennerei in Höhenlagen

In einem kleinen Seitental ein paar Kilometer östlich von Pitlochry liegt Edradour. Aus einer Farmdestillerie entstanden, wurde Edradour 1975 vom Konzern Pernod Ricard übernommen. Die kleinen Dimensionen waren ein Grund, die Brennerei 2002 an den unabhängigen Abfüller Andrew Symington (Signatory) zu verkaufen. Die ehemals kleinste Brennerei Schottlands beschäftigt jetzt allein zwanzig Tourguides. Mit über 100'000 Besuchern pro Jahr gehört Edradour damit zu den meist­besuchten Brennereien Schottlands. Als Abschluss unserer Tour durch die Midlands steht ein Besuch bei Dalwhinnie auf dem Programm, einer der höchstgelegenen Brennereien Schottlands. Nur Braeval in der Speyside liegt ein paar Meter höher. Allein die Fahrt durch die mächtigen Berge der Grampian Mountains ist ein Erlebnis. 

«Wir verwenden die alte Gerstensorte Golden Promise und destillieren langsam – so produzieren wir auf optimalem Niveau.»

Nicht weit vom Scheitelpunkt des Passes entfernt liegt die Dalwhinnie-Brennerei. 1897 gegründet, wurde Dalwhinnie vom Eigentümer Diageo 1987 zu einem der sechs Classic Malts aufgewertet. Die Lage und Architektur, aber auch das Besucher­zentrum sind Gründe, diese Brennerei unbedingt zu besuchen. Dalwhinnie findet sich fast ausschliesslich als Single-Malt in den Regalen, und nur ganz wenige Anteile gelangen in diverse Blends.

Dalwhinnie liegt am Schnittpunkt einiger wichtiger Verbindungsstrassen, die in die westlichen und nördlichen Highlands führen. Das Zentrum der schottischen Whiskyproduktion – die Speyside-Region – liegt ebenso nur wenige Kilometer entfernt. Glücklich können sich jene schätzen, die ihre Reise – in welche Richtung auch immer – fortsetzen können.


Best of Midland-Whisky

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Glengoyne 
18 years
Volles Bukett mit dunklem Röstmalz, Karamell, Sandelholz und roter Frucht. Am Gaumen ebenso vielschichtig und trotz einer gewissen Wuchtigkeit elegant. Kakaonote im Abgang, gute Länge. 
ca. € 70,–

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Glengoyne 
15 years

Prägnante Röstnoten von Malz und Walnüssen sind sowohl im Geruchseindruck als auch im Geschmack vorhanden. Zum Nachklang hin entwickeln sich zusätzlich süssliche Noten, die nicht allzu lange anhalten. 
ca. € 45,–

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91
Dewar’s 12 Years Old Blended Scotch Whisky

Eine fleischige Sherrystilistik macht sich in der Nase gleich bemerkbar. Auch am Gaumen substanzvoll mit mandeligen Noten und Toffee. Feinherber Abgang mit Schokolade im Nachklang. 
ca. € 25,–

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93
The Famous Grouse Smoky Black Blended Scotch Whisky

Die Nase erinnert an in Portwein eingelegte Früchte, süsslichen Pfeifentabak und dezenten Torf. Die Vielschichtigkeit setzt sich am Gaumen fort. Im Abgang Nuss und Kokos.
ca. € 30,–

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92
Aberfeldy
Aged 21 Years

Schöne Ausgewogenheit von fruchtigen und trockenen Noten im reifen Duft. Getrocknete Früchte und Nüsse finden sich auch am Gaumen. Spät im Mund kommt eine spannende Würze auf. Vanille und Eiche im Finish. 
ab ca. € 100,–

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Dalwhinnie 
15 Years

Diese Abfüllung von Dalwhinnie ist einer der meistverkauften Classic Malts of Scotland. Das Geschmacksspektrum zeigt Anklänge von Heidekraut bis dezentem Torfrauch mit ange­nehmer Fruchtigkeit und feiner Malzigkeit.
ab ca. € 35,–

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The Famous Grouse
12 Years Old

Im Duft überwiegt die Aromatik nach gerösteten Nüssen, dazu sind blumige Anklänge auszumachen. Dunkles Fruchtkompott, eine dichte Struktur und ein lange andauernder Abgang ergeben eine schöne Gesamtkonzeption.  
ca. € 30,–

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92
Glengoyne 
12 Years

Kerniges Getreide mit Kernobst gepaart, dazu sowohl Sherry- als auch Bourbon-Fassnoten. Äquivalent am Gaumen mit feiner Würze und Trockenfrucht. Im Abgang lange Fruchtigkeit mit leicht süsslichem Nahchhall. 
ca. € 40,–

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90
Aberfeldy
Aged 12 Years

Fruchtig mit eleganter Würze, etwas Exotik und Malzigkeit. Am Gaumen vielschichtig und vollmundig, aber dennoch elegant. Im langen Finish feine Sherry-Anklänge mit etwas trockenem Unterton. 
ca. € 35,– 

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