Abba, Autos, Sterneküche und viel Italianità

Nicht nur der Franciacorta versprühte an diesem Abend italienischen Flair.

© Falstaff

Nicht nur der Franciacorta versprühte an diesem Abend italienischen Flair.

Nicht nur der Franciacorta versprühte an diesem Abend italienischen Flair.

© Falstaff

Die glitzernden Roben der Damen streiften fast den Boden der Eingangshalle im Zürcher Kongresshaus. Die Herren in ihren dunklen Anzügen führten sie galant an den neuesten Automodellen von Maserati, Alfa Romeo und Jeep vorbei. Die Italianità war am vergangenen Samstagabend bereits im Foyer zu spüren, wo die besondere Go-Italy Gala Night begann, organisiert von der Italienischen Handelskammer für die Schweiz.

Einen Stock höher begrüssten sich Bekannte mit herzhaftem Gelächter und einem Glas Franciacorta Brut DOCG von Plozza Vini Brusio, der auch alle weiteren alkoholischen Getränke des Abends stellte. Die Live-Töne des Saxophonisten unterstrichen die feierliche Stimmung und man musste sich fast ein bisschen zusammenreissen, um nicht zu viele der feinen Häppchen zu probieren. Schliesslich konnte man im Hauptraum nebenan bereits die gedeckten Tafeln erspähen.

Grosses Wohnzimmer

Der grosse Saal bot einen zauberhaften Anblick mit seinen weissen Tischen, den edlen Hussen über den Stühlen, Hunderten von Gabeln, Messern, Tellern und Gläsern. Die Kerzen auf den Tafeln bildeten ein riesiges Lichtermeer – ein wunderschöner Auftakt in die winterliche Festzeit.

Kaum hatten alle der 240 Gäste Platz genommen, wurde bereits die erste Vorspeise serviert:  Vitello tonnato. Der Ablauf war perfekt organisiert, die Kellner freundlich und das fein geschnittene Kalbsfleisch mit der Thonsauce hat den Gaumen geweckt für ein exklusives viergängiges Menu. Zubereitet hat es der ausgezeichnete Sternekoch, Antonio Colaianni (ein Michelin Stern) der die Gäste auf eine kulinarische Reise durch die delikate italienische Küche geschickt hat. Die ging weiter mit Fregola sarda, dem typischen sardischen Pastagericht, hier mit Kürbis, Rosmarin und Steinpilzen. Von den Tischen hörte man ein gemütliches Durcheinander von Italienisch und Schweizerdeutsch, Anekdoten aus den Heimatdörfern der Besucher und wer gar kein Italienisch sprach, beherrschte es am Schluss des Abends doch ein wenig.

Gaumenkitzel aus der Küche

Zum Hauptgang servierte das emsige Personal sanft geschmorte Rinderhaxe, Rindstatar mit frischen Kräutern, Kartoffelcrème und Tropea-Zwiebeln. Letztere hielt manch einer (der Schweizer) zuerst für Rotkraut, doch der italienische Tischnachbar klärte auf, dass diese aus Kalabrien stammten und weltweit als süsseste Zwiebel bekannt seien. Tropea ist besonders mild, bekömmlich und sorgt für weniger Ausdünstungen.

Gut gewählt vom Koch, denn am späteren Abend kam man sich durchwegs etwas näher…Davor jedoch gab’s zuerst das Nougat-Halbgefrorene mit Marroni-Mousse und Apfel. Eine wunderbare Kombination von Nuss und erdigen Marroni. Kurz noch die Weine notiert, für alle, die sie zuhause ausprobieren möchten: Zur Vorspeise gab’s den Chardonnay IGT 2014, der Seduzione Rosso di Valtellina DOC 2011 begleitete den Pasta-Gang, zur Hauptspeise trank man N°1 – Numero Uno ITG 2011 und zum Dessert gab’s nach dem Espresso einen Grappa N°1 – Numero Uno – allesamt haben die Speisen wunderbar ergänzt und stammen von Plozza Vini Brusio.

Italienische Nobel-Autos durften an diesem Abend natürlich auch nicht fehlen.
Italienische Nobel-Autos durften an diesem Abend natürlich auch nicht fehlen.

Foto beigestellt

Musikalische Begleitung

Nach dem Menu liess man sich zufrieden im Stuhl zurückfallen – genau der richtige Moment für eine kurze Rede. Vincenzo di Pierri, Präsident der Italienischen Handelskammer für die Schweiz sagte, er freue sich, dass man in der Schweiz in allen möglichen Berufspositionen Italiener finde. Dass die Durchmischung klappt, zeigte sich im Kleinen an diesem Abend: Die italienisch Sprechenden übersetzten die Rede ohne zu zögern für ihre Tischnachbarn.

Danach gehörte die Bühne ganz den Stars des Teatro Nazionale Mailand, welche exklusiv und live in Zürich gesungen haben: Sie performten Welthits von Abba, den Bee Gees und Alan Menken der legendären Musicals «Die Schöne und das Biest», «Mamma Mia!», «Sister Act» und «Saturday Night Fever». Das Publikum genoss im Stillen – fast sah es so aus, als ob das Menu doch ein wenig zu mächtig gewesen war. Doch es wäre nicht die «Go-Italy» Night, wenn die Damen und Herren nicht doch noch das Tanzbein geschwungen hätten. Es dauerte zwar ein kleines Weilchen, aber plötzlich stürmten die Gäste die Fläche vor der Bühne und tanzten miteinander bis zum allerletzten Ton der Musical-Darsteller – übrigens alles sagenhafte Sänger und Musiker!

All Night Long

Wer noch ein bisschen Energie in den Waden spürte, ging hinüber in den Nachtclub Adagio, wo man die Nacht bei einem letzten Tänzchen und einem «Schlumi» ausklingen liess –  oder wie es auf Italienisch heisst und wir gelernt haben: il bicchiere della staffa. Ein wunderbarer Abend, der noch lange nachklingt, wo aus Tischnachbarn Freunde wurden und man die Italianità in ihrer vollen «Grandezza» feierte.

www.cathrinmichael.com

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