1756 – 2016: 260 Jahre Riedel Glas

1973: Riedel Glasserie «Sommeliers» - die weltweit erste Gourmetglasserie

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1973: Riedel Glasserie Sommeliers

1973: Riedel Glasserie «Sommeliers» - die weltweit erste Gourmetglasserie

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Wir schreiben das Jahr 1756 – der Wolfgang Amadeus Mozart erblickt das Licht der Welt, das erste Weinbaugebiet wird in Portugal registriert und Casanova flüchtet aus dem Dogenpalast in Venedig. In dieser Welt von Vorgestern ist Maria Theresia die Kaiserin von Österreich und in Europa stehen die Zeichen auf Sturm. Im Siebenjährigen Krieg versucht Österreich-Ungarn Schlesien zurückzugewinnen und die Kämpfe, in die auch die anderen Grossmächte involviert sind, erschütterten den Kontinent. In ganz Europa drängen die Regierungen in den Folgejahren zur Modernisierung der Landwirtschaft und zur Entwicklung der Industrie, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Liebe zum Glas

Genau in diese Stimmung des Aufbruchs fällt der Start eines Unternehmens, das in den nächsten Jahrhunderten zum Inbegriff für hochwertige Glasprodukte werden sollte. 1756 begründet Johann Leopold Riedel (dritte Generation) in Böhmen, damals ein Teil der Habsburgermonarchie, die Geschichte dieser Familiendynastie, die bis heute untrennbar mit Glas verbunden ist.

Die Tradition der Riedels als Glasmacher ist reich an berührenden Legenden und unglaublichen Erfolgsgeschichten. Sie reicht im Grunde sogar noch weiter zurück als 260 Jahre. Schon bevor Johann Leopold Riedel (dritte Generation) mit der ersten im freien Unternehmertum betriebenen Glashütte die Tradition begründete, hatte dessen Grossvater Johann Christoph Riedel, der «Ur-Riedel» und erste Generation, als Glashändler Europa bereist. Wirtschaftskrisen und persönliche Tragödien, aber auch Unternehmergeist, künstlerische wie technische Begabung und ein steter Hang zur Innovation, begleitet von einer grossen Liebe zum Glas, prägten über die folgenden Generationen die Geschicke der Familie Riedel.

HINTERGRUND: Riedel – Elf Generationen im Kurzportrait

Glaskönig des Isergebirges

Aus der langen Ahnenreihe sei Josef Riedel der Ältere (1816-1894), sechste Generation, besonders hervorgehoben. Er ging in die Annalen der Geschichte als «Glaskönig des Isergebirges» ein. Geboren in dem Zeitalter der Industrialisierung baute er das Unternehmen in Böhmen zu einem Wirtschaftsimperium seiner Zeit aus. Ihm zu Ehren präsentiert Riedel 2016 den Mamba Double Magnum Dekanter – ein aussergewöhnliches Design für diesen aussergewöhnlichen Mann!

Hohe Kunstfertigkeit und handwerkliche Perfektion sind nötig, um diesen aufwändigen Dekanter herstellen zu können. Aus Kristallglas mundgeblasen und handgefertigt, besticht er durch sein Design, seine bis ins Detail perfekte Ausarbeitung und höchste Funktionalität – eine Hommage an eine grosse Persönlichkeit der Riedel Geschichte.

BILDERSTRECKE: Historische Produkte und Icons – Eine Zeitreise in Bildern

Die Welt aus den Fugen

Das Ende der Monarchie, auch die sozialen Verwerfungen der Ersten Republik und die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise überstand das Unternehmen Riedel durch Geschick, Kreativität und mit Hilfe neuer Produkte, die auch in diesen Zeiten ihre Abnehmer fanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie Riedel enteignet und verlor dadurch all ihren Besitz in Böhmen, alle Fabriken und das gesamte Privatvermögen. Walter Riedel, achte Generation des Unternehmens, war für zehn Jahre in Russischer Gefangenschaft. Die Zukunftsperspektiven schienen dahin. Aber es kam anders.

Neuanfang in Kufstein

Mit einem symbolträchtigen Sprung in die Freiheit begann an einem kalten Wintertag des Jahres 1946 das moderne Zeitalter für die Firma Riedel. Claus J. Riedel, neunte Generation der böhmischen Glasmacherfamilie, entkam auf der Fahrt über den Brenner dem Gefangenenzug. Eine dramatische Wende für ihn und das Familienunternehmen.

Unterstützt vom Tiroler Glasindustriellen Swarovski, der die Familie Riedel aus Böhmen kannte, gelang es Claus Riedel 1956 gemeinsam mit seinem eben erst aus der russischen Gefangenschaft zurückgekehrten Vater Walter, die bankrotte «Tiroler Glashütte» zu übernehmen. Claus etablierte sich in den nachfolgenden Jahren als Designer und gewann zahlreiche Preise für seine Kreationen. 1973 schliesslich schuf er die bahnbrechende Neuheit, deren Entdeckung den Namen Riedel in Verbindung mit Glas erneut an die Weltspitze bringen sollte: Die ersten weinfreundlichen, handgefertigten und mundgeblasenen Gläser. Sie sind heute unter dem Namen Sommeliers weltberühmt. Sein Sohn Georg J. Riedel präsentierte 1986 eine weitere Innovation, die, vom ökonomischen Standpunkt aus betrachtet, sogar von noch grösserer Tragweite war: Die erste auf Rebsorten abgestimmte Maschinenglasserie der Geschichte – Vinum!

Mit Vinum ist es Riedel gelungen, die vom Unternehmen entwickelte Philosophie des funktionalen Weinglases erschwinglich und damit auch weltweit bekannt zu machen. Vinum wurde zur meistverkauften Glasserie aller Zeiten!

BILDERSTRECKE: Historische Aufnahmen der Riedel Produktionsstätten
BILDERSTRECKE: Riedel in Kufstein

Stilvoll ohne Stiel

2004 folgte ein weiterer Meilenstein der Unternehmensgeschichte – die Präsentation der Glasserie «O» – ein funktionales Glas ohne Stiel, entwickelt von Maximilian J. Riedel, der das Unternehmen in elfter Generation seit Juli 2013 leitet. Der Jüngste in der Familiengeschichte hat sich auch als Designer von Dekantern und Glasserien bereits weltweit einen hervorragenden Namen gemacht.

2004 war auch in unternehmerischer Hinsicht ein bedeutendes Jahr. Riedel übernahm den deutschen Glaskonzern F.X. Nachtmann mit den Marken Nachtmann und Spiegelau. Damit war der Grundstein für weiteres Wachstum gelegt. Riedel hat heute eine Exportrate von 97 Prozent und gilt als absoluter Weltmarktführer bei der Produktion von funktionalen Gläsern.

Seine unumschränkte weltweite Führungsrolle ist auch daran erkennbar, dass nicht mehr nur Winzer und Weinbauregionen die Zusammenarbeit suchen, sondern auch Konzerne wie Coca Cola und Nespresso auf die Expertise von Riedel vertrauen. Mit beiden Weltmarken zusammen hat Riedel Produktneuheiten entwickelt und ist in neue Dimensionen der Genusswelt vorgedrungen. 2015 wurde Riedel als einziges österreichisches Unternehmen in die prestigeträchtige französische Vereinigung Comité Colbert aufgenommen.

Global Player

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Das Familienunternehmen Riedel mit Sitz in Kufstein, Tirol hat eine eindrucksvolle Vergangenheit und besticht durch eine ebenso erfolgreiche Gegenwart.

Mit der zehnten und elften Generation, mit Georg J. Riedel und Maximilian J. Riedel, wird die beeindruckende Geschichte der Familie weiter fortgeschrieben. Beide haben die grosse Vergangenheit ihrer Vorfahren mit Entschiedenheit, Innovation, Hingabe und vorwärts gerichtetem Denken fortgesetzt, mit dem Einsatz innovativer Technik und Kreativität die Basis für den Erfolg der nächsten Riedel-Generationen geschaffen. Längst beliefert das Unternehmen die Weltmärkte, denkt weit über Europa hinaus und ist dennoch ein traditionsbewusstes Familienunternehmen geblieben, dessen österreichische Wurzeln auch in Zukunft seinen Weg bestimmen werden.

VIDEO: Spitzenköche und Top-Sommeliers über Riedel

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