10 Rotwein-Ikonen aus dem Piemont

Die Hügellandschaft der Langhe ist für Nebbiolo perfekt.

© Shutterstock

Die Hügellandschaft der Langhe ist für Nebbiolo perfekt.

Die Hügellandschaft der Langhe ist für Nebbiolo perfekt.

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Übersetzt bedeutet Piemont soviel wie «am Fusse der Berge», und die nahen Alpen beeinflussen das Klima der Weinbauzone im Nordwesten Italiens tatsächlich beträchtlich. Von den vier piemontesischen Anbauregionen Astigiano, Monferrato, Nordpiemont und Langhe ist vor allem letztere für Rotweine von internationaler Reputation bekannt. Von den 17 DOCG-Gebieten sind es vor allem Barolo und der Barbaresco, die den würzigen Kern des Erfolgsgeheimnisses ausmachen: Hier wird die Sorte Nebbiolo seit Generationen im Spannungsfeld zwischen ländlicher Tradition und Innovation zur Perfektion gebracht.


Barolo Monfortino

Giacomo Conterno, Italien

Monfortino ist Kult. Erzeugt wird er am Weingut Giacomo Conterno, das von Roberto Conterno in dritter Generation geführt wird. Roberts Grossvater begann damit, die besten Trauben aus Lagen in der Gemeinde Monfortino zu selektionieren, um daraus einen langlebigen Wein zu erzeugen. Der Name ist ge­­blieben, geändert hat sich die Herkunft der Trauben. 1974 erwarb ­Robertos Vater Giovanni Weinberge in der Lage Francia in Serralunga. Von 1978 bis 2014 stammten die Trauben für den ­Monfortino alle aus dieser Monopollage. Monfortino reift in der Regel acht bis zehn Jahre. Das Erstaunliche am ­Monfortino ist, dass er auch in «kleinen» Jahrgängen grossartig sein kann. Das gilt etwa für den Jahrgang 2014, einen der besten Monfortinos ever!

Empfohlene Jahrgänge: 2015, 2014, 2013, 2010, 2008, 2004, 2002, 2001, 1996, 1990, 1987, 1985, 1978, 1971, 1964, 1961, 1958
Preis: ****
www.conterno.com


Barolo Granbussia

Poderi Aldo Conterno, Italien

1969 kehrte Aldo Conterno von einer längeren ­Amerika-Reise zurück und entschloss sich, einen eigenen Betrieb zu gründen. Aldo entstammt einer ruhmreichen Winzerfamilie in Monforte. Heute führen Aldos Söhne Franco, Stefano und Giacomo den Betrieb, ein richtiges Château in den Langhe. Der grosse Reichtum der Poderi Aldo Conterno sind die Lagen: Colonnello, Cicala und Romirasco, alle drei in der Grosslage Bussia. 25 Hektaren waren es am Beginn, und als einer der ganz wenigen Betriebe in den Langhe erweiterte man die Lagen in den Jahren des Booms nicht, sondern sie umfassen heute immer noch 25 Hektare. In den besten Jahren gibt es den Granbussia, eine Selektion der besten ­Trauben, aus drei Lagen.

Empfohlene Jahrgänge: 2010, 2009, 2008, 2006, 2005, 2001, 2000, 1999, 1990, 1989, 1985, 1978, 1971
Preis: **
poderialdoconterno.com


Barolo Rocche di Castiglione

Vietti, Italien

Rocche di Castiglione ist eine steil abfallende, nach Südosten gewandte Lage am Ortsausgang von Castiglione Falletto, Richtung Monforte. Geprägt von hellem Sandstein, erbringt die Lage duftige, intensive Weine, die sich durch Eleganz und Schmelz auszeichnen. Einer der besten Weine aus dieser Lage stammt von Vietti. Seit vier Generationen erzeugt die Familie Vietti im Zentrum der kleinen Ortschaft Castiglione Falletto Wein, darunter einige hervorragende Lagen-Barolos. 2016 wurde das Weingut von der Krause-Holding übernommen, Luca und Elena Currado Vietti blieben aber weiterhin Leiter des Weinguts, sodass die Kontinuität gewahrt wird. Rocche di Castiglione glänzt mit ­seinem präsenten, stets fein-seidigen Tannin.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2013, 2012, 2011, 2010, 2007
Preis: **
vietti.com


Barolo Aleste

Luciano Sandrone, Italien

Luciano Sandrone war viele Jahre lang verantwortlicher Kellermeister bei Marchesi di Barolo. Nebenbei bearbeitete er auch einen kleinen Weinberg in der Toplage Cannubi. 1985 füllte er auch einen eigenen Wein davon ab. Mit den 500 Flaschen ging er zur Vinitaly. Dort traf er auf einen US-Importeur, der sie ihm gleich alle abkaufen wollte. Da man mit dem Ertrag aus dem kleinen Weingarten niemals ein grosses Holzfass füllen konnte, wie das traditionell üblich war, lagerte Sandrone seinen Wein in einem Tonneau. Das verlieh ihm einen geschliffeneren Charakter und ein weicheres Tannin. Diesem Stil ist ­Sandrone treu geblieben. Seit dem Jahrgang 2013 nennt Luciano Sandrone seinen Wein nicht mehr Cannubi Boschis, sondern Aleste.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 1999, 1998
Preis: **
sandroneluciano.com


Barolo Cerretta Vigna Bricco

Elio Altare, Italien

Elio Altare aus La Morra gilt als der grosse Neuerer in Sachen Barolo. Als jungen Mann beeindruckte ihn eine Reise ins Burgund nachhaltig. Nach der Rückkehr wollte er mit den alten, nicht immer wirklich sauberen Fässern, die im Keller seines Vaters standen, nichts mehr zu tun haben. Wie im Burgund wollte er den Barolo im kleinen Holzfass ausbauen. Elio machte sich daran, eine neue Art von Barolo zu erzeugen und wurde damit zum Vorreiter für viele andere. Die Lage Cerretta liegt im Osten des Barolo-Anbaugebiets, in der Gemeinde Serralunga, bekannt für tiefgründige und langlebige Weine. Dort erzeugt Altare seinen Cerretta Riserva Vigna Bricco, tiefgründig und mächtig, zugleich geschliffen und fein, wie es Elio Altares Handschrift ist.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015, 2014, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005
Preis: **
elioaltare.com


Barolo Sarmassa

Roberto Voerzio, Italien

Roberto Voerzio ist Winzer durch und durch. Von allen Winzern in den Langhe fährt er mit den geringsten Erträgen, hat in seinen Weingärten die dichteste Bepflanzung. Roberto Voerzios Barolos sind dicht und mit wunderbarem Schmelz ausgestattet. In den 1980er-Jahren gründete Roberto Voerzio sein Weingut, zunächst mit drei Lagen in der Gemeinde La Morra: Brunate, Cerequio und La Serra. Zug um Zug, Jahr um Jahr erweiterte er seine Kollektion an Lagen. Sein erklärtes Ziel: in allen hervorragenden Lagen von La Morra präsent zu sein. Das ist ihm nach vielen Jahren auch gelungen. Mit seinem Sarmassa geht er sogar über die Grenzen von La Morra hinaus – Sarmassa liegt nämlich schon in der Gemeinde Barolo, in natürlicher ­Fortsetzung der La-Morra-Lage Cerequio. 

Empfohlene Jahrgänge: 2013, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2004, 2001, 2000
Preis: *** (Magnum)
robertovoerzio.com


Barolo Vigna Rionda

Massolino, Italien

Weine aus der Lage Vigna Rionda gelten als Inbegriff der tiefgründigen und langlebigen Barolos aus Serralunga. Die Lage umfasst gut zehn Hektar und reicht von 260 bis 360 Meter Höhe. Vigna Rionda ergibt Barolo mit dichtem, straffem Tannin und zeigt die klassischen Noten nach Trüffel, Leder und Lakritze, mitunter auch etwas Jod. Hervorragend kommen diese Charakteristika in der Riserva Vigna Rionda von Massolino zum Ausdruck. Das Weingut hat seinen Sitz in Serralunga. In den 1990er-Jahren stiegen Franco und Roberto Massolino in den Familienbetrieb ein, seither sind die Weine noch einen Tick präziser und charaktervoller geworden. Der Vigna Rionda reift ein Jahr länger als die anderen Barolos von Massolino und kommt nach sechs ­Jahren als Riserva auf den Markt.

Empfohlene Jahrgänge: 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2004, 2001, 1999
Preis: *
massolino.it


Barolo

Bartolo Mascarello, Italien

Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach und nach immer mehr Barolos aus Einzel­lagen auf den Markt kamen, empfand das Bartolo Mascarello als den Niedergang einer langen Tradition. Seine Meinung war stets, dass mehrere Lagen in einem Wein einen Barolo mit grösserer Komplexität ergeben würden. Seine 5,5 Hektar Weinberge verteilen sich auf vier kleine Parzellen: Cannubi, Rue und San Lorenzo in der Gemeinde Barolo und Rocche dell’Annunziata in La Morra. Bartolo Mascarello verstarb 2005. Schon vorher arbeitete seine Tochter Maria Teresa im Betrieb mit, heute führt sie ihn nach den Leitlinien ihres Vaters weiter. Aus dessen konsequenter Haltung heraus ist der Barolo Bartolo Mascarello ein Kultwein geworden. 

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015, 2014, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2006, 1998, 1990, 1988
Preis: ***
barolodibarolo.com


Barolo Monprivato

Mascarello Giuseppe e Figlio, Italien

Monprivato ist eine weitere herausragende Lage im Barolo-Gebiet, die in der Gemeinde Castiglione ­Falletto liegt. Die Geschichte des nach Südwesten ausgerichteten Monprivato ist aufs Engste mit Mascarello Giuseppe e Figlio verbunden. Bis auf eine kleine Parzelle befindet sich diese Lage seit vielen Jahrzehnten in den Händen der Familie ­Giuseppe Mascarello. Seit den späten 1960er-Jahren leitet Mauro Mascarello den historischen Familienbetrieb. Bei den Mascarellos wird Tradition grossgeschrieben. Die Weine vergären im Keller in Monchiero für mehrere Wochen im Stahltank und reifen dann im grossen Holzfass. Aushängeschild ist der Barolo Monprivato. Er zeigt betörenden Duft nach Himbeeren und feines Tannin.

Empfohlene Jahrgänge: 2016, 2015, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 1999, 1997, 1989, 1982
Preis: **
mascarello1881.com


Barbaresco Sorì San Lorenzo

Gaja, Italien

Gaja ist nicht nur der herausragende Produzent in Barbaresco, der Betrieb zählt zu den führenden in Italien. Unter Angelo Gaja ist das Weingut zur ­weltbekannten Marke geworden. Die Kinder Gaia, ­Rossana und Giovanni sind voll in den Betrieb integriert. Gajas Ruhm gründet sich in erster Linie auf seinen Barbaresco, und da in erster Linie auf die Lagenweine Costa Russi, Sorì Tildin und Sorì San Lorenzo. Gajas Lagenwein mit der längsten Tradition ist der Sorì San Lorenzo, von dem erstmals der Jahrgang 1967 als Einzellage hergestellt wurde. Er war einer der ersten Lagenweine im Piemont. Dabei ist San Lorenzo gar keine offizielle Lagenbezeichnung. Während der Sorì Tildin durch Kraft punktet, ist Sorì San Lorenzo stets der Barbaresco mit der grössten Feinheit und Geschliffenheit.

Empfohlene Jahrgänge: alle
Preis: ***
gaja.com


Die Preis-Kategorien:
Bis CHF 99,–                          *
CHF 100,– bis CHF 200,–          **
CHF 200,– bis CHF 499,–          ***
CHF 500,– bis CHF 999,–          ****
Mehr als CHF 1.000,–           *****
Mehr als CHF 10.000,–         *****+

Die gesamte Liste der Top 100 Rotwein-Ikonen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 08/2021.

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Falstaff Nr. 08/2021
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